#Mir vs für mich Wie flexibel ist denn der Dativ?
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Tja, meine guten, in letzter Zeit ist mir eingefallen, dass mir die Grenzen des Datives nicht ganz offensichtlich sind. Beim bayerischen Lied wird gesungen:
Ein Prosit der Gemütlichkeit
Gehört der Prosit der Gemütlichkeit oder ist er für sie?
Auf meinem Deutschpfad wurden schom mehrmals meine "mirs" für "für michs" korrigiert, aber iwie sehe ich kaum den Grund dafür. Einige "mirs" sind reflexiv, vom Verb verlangt ||von diesen wird hier nicht wesentlich gesprochen||, aber mein problem ist jene, die wirklich "für mich" bedeuten. Mir wurde beigebracht, man sagt "ist mir kalt" statt von "ist kalt für mich".
Erst letzte Nacht las ich diesen Artikel. Der Muttersprachler meinte, soweit ich es gelesen und gerafft hab, dass wenn "to/for me" gemeint wird, dann halt "für mich".
https://yourdailygerman.com/common-mistake-using-mir/
Meine Frustration mit diesem Thema ist einfach zu erklären: ich hab das Gefühl "mirs" überall in Muttersprachlerkommentaren auf Instagram, Discord usw. zu lesen, aber dann wenn ich so schreibe, ist erstmal einfach falsch. Anders als die Regeln für Konjugation oder Deklination, scheint es hierbei nicht eine Logik zu existieren.
Bitte, zögere nicht zu viel zu schreiben. Die Frage ist wohl nicht die präziseste, und ich werde achtend lesen und mit Glück jede Aussicht die ihr dazi habt.
:D
Diese Verwendung ist vielleicht wirklich nicht ganz einfach zu durchblicken. Es sollte aber hinzugefügt werden, dass das genannte Lied deutlich über hundert Jahre alt ist und die verwendete Sprache nicht mehr in allen Aspekten zeitgemäß.
"Ein Prosit der Gemütlichkeit" kann vielleicht so verstanden werden: Man betrachte den Satz "Bestelle deinem Nachbarn einen Gruß von mir.", ein auch heute komplett geläufiger Satz. Kürzer, vielleicht schon etwas ungewohnter, ist die Variante "Bestelle dem Nachbarn einen Gruß.", der aber noch verständlich sein sollte. Bei bestimmten Verwendungen kann es jetzt sein, dass in so einem Satz das Verb weggelassen wird, in diesem Fall "Dem Nachbarn einen Gruß." oder "Dem Kind ein Eis!" als in den Raum gestellte Aufforderung zu einer Aktion mit formuliertem Ziel.
"Ein Prosit der Gemütlichkeit" ist genau so eine Satzkonstruktion, der eine Aufforderung an die Hörer darstellt.
Ich habe keine Ahnung, ob es für so eine Konstruktion einen Namen gibt; ich kenne ihn jedenfalls nicht. Ich hoffe, dass das einigermaßen verständlich war?
Was die Verwendung von "mir" in anderen Kontexten angeht, bräuchte ich ein konkretes Beispiel, damit ich mich dazu äußern kann.
Wir beide sehen eine Struktur. Du kommst aus einem Dorf, findest sie unheimlich riesig, und von ihrem Große sprichst. Ich hingegen komme aus NYC, bin daran gewöhnt und antworte:
"Mir ist sie eigentlich besonders klein".
Meine Aussage würdest du ja verstehen, aber besser wäre "für mich" oder "meiner Meinung nach", nicht wahr? Wa-rum?
Soweit ich weiß waren solche "Mir" Sätze sehr im Altdeutsch vertreten, aber über die Zeit kam "für mich" immer mehr zum Vorschein. Ich denke nicht, dass es da bestimmte Regeln gibt, man fühlt es einfach Irgendwann.
I'm afraid you'll find my answer very frustrating, but I don't think there's much choice: you need to find something like "common German expressions with Dativ" and learn them. You're looking for logic where basically, there isn't any. You can't just go "Oh, it's Mir ist langweilig/kalt/schlecht, so, it follows I can also say Mir ist glücklich" 🤷